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Gibt’s da auch Abseits?

Während American Football in Übersee seit einer gefühlten Ewigkeit fest zur Sonntagsplanung eines jeden übergewichtigen Südstaaten-Möchtegern-Cowboys gehört, erfreut sich diese Sportart in den letzten Jahren auch hierzulande wachsender Beliebtheit. Und so sitzen #jedenverdammtensonntag auch deutsche Fleischsäcke ohne vernünftigen Schlafrhythmus vor dem TV und schauen überbezahlten Sportlern mit dem BMI von fünf GNMT-Kandidatinnen zusammen dabei zu, wie sie sich einen luftgefüllten Schweinsledersack in der Form vom Kopf von Stewie Griffin zuwerfen, während andere nicht weniger zarte Multimillionäre versuchen, das ganze zu verhindern, indem sie sich mit ihrem vollen Körpergewicht auf den Ballträger stürzen. Kommentiert wird das Ganze dann von einem ehemaligen deutschen Mittelklassequarterback mit dem Grinsen von Carsten Maschmeyer und dem Trainer der französischen Nationalmannschaft, der bei jeder Gelegenheit „DAS ISSN SCHERZ!“ schreit, während ein bärtiges J.Lo-Double die Community mit News aus der Welt der Social Media versorgt.

Dieses bunte Treiben gipfelt dann Jahr für Jahr im Super Bowl, der größten Einzelsportveranstaltung der Welt. In den USA werden an einem Abend fünf Jahresrationen an Hähnchenteilen vernichtet, und in Mitteleuropa schlägt man sich die ganze Nacht um die Ohren, um herauszufinden, welches Team sich in diesem Jahr zum „World Champion“ krönt. Die Bezeichnung als Weltmeister bei einem ausschließlich in einem Staat stattfindenden Wettbewerb ist dabei übrigens genauso sinnvoll wie der Titel der Miss Universe, den seit 60 Jahren ununterbrochen eine Erdenbewohnerin führen darf.

Aber warum tun wir uns das eigentlich an? Ist es nicht egal, ob dieses Jahr die Long Island Ice Teas etwas besser einen eierförmigen Ball durch die Gegend getragen haben als die Moscow Mules? Natürlich. Aber trotzdem habe auch ich dieses Jahr wieder auf den wohlverdienten Schlaf verzichtet, um nicht doch das vielleicht größte Spiel aller Zeiten zu verpassen. In diesem Sinne: Go Ice Teas!

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